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1.1. Der M&A-Markt

1.1. Der M&A-Markt



Die jährliche Zahl an Übernahmen und Fusionen ist starken Schwankungen unterworfen, wobei der ausschlaggebende Faktor die Konjunktur und die Kapitalkosten sind: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten liegt die Zahl meist niedriger als in der Hochkonjunktur.

Auch hohe Zinsen können das für Übernahmen notwendige Kapital verteuern und so M&A-Transaktionen belasten.

Wellenförmige Marktbewegung

So lag laut Boston Consulting Group (BCG) die weltweite Zahl der M&A-Transaktionen im wirtschaftlich schwierigen ersten Halbjahr 2009 mit 12.700 um 17 Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2008, als noch bessere Konjunktur herrschte. Und in Zentral‑ und Osteuropa ging die Zahl der Transaktionen im Gesamtjahr 2008 laut MP Corporate Finance um 14 Prozent auf 3.469 zurück (in Österreich waren es im gleichen Zeitraum 314).

Bedeutsam ist die grenzüberschreitende Natur von M&A-Transaktionen in Zentraleuropa: So hatten laut Schätzungen mehr als zwei Drittel der M&A-Deals in Österreich einen internationalen Background, involvierten also Unternehmen aus mehreren Ländern.

Eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von M&A-Transaktionen spielt der Kapitalmarkt, vor allem die Finanzierung von Unternehmen über Wertpapieremissionen in Form von Anleihen und Aktien (siehe Tab. 1, größte Aktien-Emissionen in Österreich).

Tab. 1: Größte Aktienemissionen in Österreich
2006 Erste Group 2,65 Mrd. € Kapitalerhöhung
2009 Erste Group 1,74 Mrd. € Kapitalerhöhung
2006 Immoeast 1,37 Mrd. € (und Tranche der Immofinanz) Kapitalerhöhung
2007 Strabag SE 1,18 Mrd. € Börsegang
2008 Vienna Insurance Group 1,14 Mrd. € Kapitalerhöhung
2005 Raiffeisen International 1,13 Mrd. € Börsegang
2000 Telekom Austria 1,01 Mrd. € Börsegang
2003 Bank Austria Creditanstalt 958 Mio. € Börsegang
2006 Immofinanz 923 Mio. € Kapitalerhöhung
2005 Vienna Insurance Group 913 Mio. € Kapitalerhöhung
2004 OMV 657 Mio. € Kapitalerhöhung
2006 Österreichische Post 651,7 Mio € Börsegang
Anm.: Börsegänge und Kapitalerhöhungen am Wiener Aktienmarkt. Quelle: Wiener Börse, IR-Berichte, Wikipedia



In Zeiten rückläufiger M&A-Transaktionszahlen kommt es häufig zur Wandlung des Marktes in einen sogenannten „Käufermarkt“: Die Preise sind niedriger (so ist z.B. das Kursniveau an der Börse tiefer).

Andererseits gibt es auch Faktoren, die den Käufer belasten: So war eine der Hauptauswirkungen der Finanzmarktkrise, dass die verfügbaren Geldmittel sowohl bei Eigen‑ wie Fremdkapitalgebern knapper wurden. Und ein kurzfristiger „Exit“, also ein Verkauf des übernommenen Unternehmens oder von Unternehmensteilen über die Börse, war durch die geschwächten Börsen stark erschwert.

In Österreich trotz Krise Rekordzahl an Übernahmen

Trotzdem gab es im Jahr 2009 in Österreich einen Rekord an Übernahmen bzw. Zusammenschlüssen börsenotierter Gesellschaften: Von Jänner bis November wurden 24 Transaktionen durchgeführt, 2008 waren es nur halb so viele.

Doch war meist der Druck wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Anstoß bei vielen Unternehmen, sich einen neuen Eigentümer zu suchen, etwa bei AUA oder Immofinanz.



–> 1.2. Ablauf einer M&A-Transaktion


Die hier wiedergegebenen Informationen sind allgemeiner Natur und können eine individuelle Rechtsberatung nicht ersetzen. Die Haftung für inhaltliche Richtigkeit, Aktualität und Anwendbarkeit im Einzelfall ist ausgeschlossen.

M&A Online-Guide in Kooperation mit CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (www.chsh.at)

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